Gründungs-Event stellt die Arbeit der Stiftung Auszeit vor: Kurzzeitwohnen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung

BOCHUM. Für Eltern und Geschwister behinderter Kinder ist die Organisation eines reibungslosen Alltags Schwerstarbeit. Zu den finanziellen Problemen durch die teilweise hohen Zuzahlungen bei der Pflege kommen soziale Belastungen, bürokratische Hürden und innerfamiliäre Konflikte. Die Stiftung Auszeit ermöglicht Kurzzeitwohnen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Das Angebot bietet Unterstützung zur Entlastung der Eltern und Geschwisterkinder und trägt so zu einer langfristigen Verbesserung der familiären Lebensqualität bei. Gestern stellte sich die Stiftung bei einem Gründungs-Event im LUEG Center Bochum vor.

Jochen Grothkop, Gründungsmitglied der Stiftung Auszeit und der Elterninitiative Menschen(s)kinder, begrüßte die geladenen Gäste am 04. Dezember 2016 im Mercedes-Benz Center der Fahrzeug-Werke LUEG AG. „Im Ruhrgebiet gibt es ca. 10.000 teils schwerbehinderte Kinder und Jugendliche. Die meisten von Ihnen werden liebevoll zuhause betreut. Wir planen einen Ort, der Betroffenen die Gelegenheit bietet, Kraft zu schöpfen und Reserven für die Belastungen des Alltags wieder aufzufüllen“, so Grothkop. Nach einleitenden Worten der Abgeordneten und Präsidentin des nordrhein-westfälischen Landtags, Carina Gödecke, tauschten sich in einer informativen Talkrunde Thomas Eiskirch, Oberbürgermeister der Stadt Bochum, Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, sowie betroffenen Familien über das geplante Angebot sowie die persönlichen Erfahrungen und gesetzlichen Hürden in der Betreuung aus. „Ein derartiges Projekt, das mit Herzblut umgesetzt wird und so viel Wert auf die Bedürfnisse der betroffenen Familien legt, eine beeindruckende Leistung der Stiftung Auszeit und eine tolle Bereicherung für unsere Stadt“, so Eiskirch. Carl Ellis, bekannt aus „The Voice of Germany“ und Kommunikator des Projektes, leistete den musikalischen Beitrag.

Bau des Wohnprojektes ab 2018 geplant

„Nach vier Jahren intensiver Arbeit laufen die Planungen für den Bau der Einrichtung mit möglicher Anbindung an die Universitätskinderklinik Bochum auf Hochtouren“, erklärt Grothkop. „Wir hoffen, mit dem Bau im Frühjahr 2018 beginnen zu können. Der mögliche Status als Modellprojekt der Bundesrepublik macht uns natürlich besonders stolz“.